
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Pensionskasseneinkauf ist bei der direkten Bundessteuer und im Kanton Thurgau vom steuerbaren Einkommen abziehbar. Gespart wird die Steuer zum Grenzsteuersatz auf dem eingezahlten Betrag, nicht der Betrag selbst (Stand 2026). Quelle: DBG Artikel 33, Stand 2026
- Nach einem Einkauf dürfen die Leistungen drei Jahre lang nicht als Kapital bezogen werden, sonst wird der Abzug verweigert. Der Thurgau misst die Frist taggenau ab dem Einkaufstag und in beide Richtungen; ausgenommen sind Scheidung, Invalidität und Tod (Stand 2026). Quelle: BVG Artikel 79b, Stand 2026 Quelle: Steuerpraxis Thurgau StP 34 Nr. 14, Stand 2026
- Ein offener Vorbezug für Wohneigentum muss zuerst zurückbezahlt sein, mindestens CHF 10’000 pro Zahlung. Die damals bezahlte Steuer lässt sich innert drei Jahren nach der Rückzahlung zurückfordern (Stand 2026). Quelle: BVG Artikel 30d und 83a, Stand 2026
- Das Einkaufspotenzial auf dem Vorsorgeausweis ist ein Ausgangswert: Abzuziehen sind überschiessende 3a-Guthaben ab Alter 24 und nie eingebrachte Freizügigkeitsleistungen; nach einem Zuzug aus dem Ausland gilt fünf Jahre lang eine Grenze von 20 Prozent des versicherten Lohns pro Jahr (Stand 2026). Quelle: BVV 2 Artikel 60a und 60b, Stand 2026
Ein Einkauf senkt Ihr steuerbares Einkommen im Jahr der Einzahlung. Was er tatsächlich bringt, hängt an Ihrem Grenzsteuersatz, also am Satz auf dem zuletzt verdienten Teil des Einkommens. Drei Bedingungen entscheiden darüber, ob der Abzug überhaupt anerkannt wird: das tatsächliche Einkaufspotenzial, eine allfällige Rückzahlung eines Vorbezugs für Wohneigentum und die Dreijahresfrist vor einem Kapitalbezug.
Die Reihenfolge ist dabei wichtiger als der Betrag. Wer erst einzahlt und danach den Zeitplan prüft, verliert im ungünstigen Fall den ganzen Abzug. Die sechs Prüfschritte unten bringen die Punkte in die richtige Ordnung.
Wie wirkt der Steuerabzug?
Freiwillige Einlagen in die berufliche Vorsorge sind bei der direkten Bundessteuer und im Kanton Thurgau vom Einkommen abziehbar. Gespart wird deshalb nie der eingezahlte Betrag selbst, sondern die Steuer darauf (Stand 2026). Quelle: DBG Artikel 33, Stand 2026
Weil der Steuertarif gestuft ist, wirkt der Abzug von oben nach unten. Der erste Teil des Einkaufs entlastet das Einkommen zum höchsten Satz, ein sehr grosser Einkauf reicht in tiefere Tarifstufen hinein und bringt dort entsprechend weniger. Genau daraus entsteht der Grund, Einkäufe über mehrere Jahre zu verteilen.
Das Geld wechselt mit der Einzahlung den Charakter. Es liegt danach in der Vorsorge, ist gebunden und wird später als Rente oder als Kapital besteuert. Der Steuerabzug ist also ein Aufschub mit veränderter Besteuerung, keine endgültige Ersparnis. Im Kanton Thurgau ist der Einkauf in der Steuererklärung mit der Bescheinigung der Vorsorgeeinrichtung zu belegen (Stand 2026). Quelle: Wegleitung zur Steuererklärung 2026, Ziffer 15.2, Steuerverwaltung Thurgau
Warum bestimmt die Dreijahresfrist den Zeitplan?
Das Gesetz sagt es in einem Satz: Wurden Einkäufe getätigt, dürfen die daraus resultierenden Leistungen innerhalb der nächsten drei Jahre nicht in Kapitalform bezogen werden (Stand 2026). Wer die Frist verletzt, verliert den Abzug für den Einkauf. Quelle: BVG Artikel 79b, Stand 2026
Die Thurgauer Steuerpraxis misst diese Frist taggenau ab dem Tag der Einzahlung, nicht ab dem Jahresende. Sie gilt zudem in beide Richtungen: auch ein Einkauf kurz nach einem Kapitalbezug fällt darunter. Ausgenommen sind die Fälle Scheidung, Invalidität und Tod (Stand 2026). Quelle: Steuerpraxis Thurgau StP 34 Nr. 14, Stand 2026
Die Praxis prüft dabei nicht, ob gerade dieser Franken aus dem Einkauf stammt. Massgebend ist der zeitliche Abstand zwischen Einzahlung und Kapitalbezug. Wer einen Teil des Guthabens als Kapital beziehen möchte, plant Einkäufe deshalb so, dass zwischen der letzten Einzahlung und dem Bezug mehr als drei Jahre liegen.
Für die Rente gilt die Frist nicht. Wer die Altersleistung vollständig als Rente bezieht, kann bis zum Schluss einzahlen, sofern das Reglement und das Einkaufspotenzial es zulassen. Welche Bezugsform zu welcher Situation passt, zeigt der Beitrag Kapital oder Rente bei der Pensionierung.
Muss ich einen Vorbezug für Wohneigentum zuerst zurückzahlen?
Wer Vorsorgegeld für selbstbewohntes Wohneigentum vorbezogen hat, darf freiwillige Einkäufe erst tätigen, wenn dieser Vorbezug zurückbezahlt ist. Die Thurgauer Praxis wendet das unabhängig davon an, bei welcher Vorsorgeeinrichtung der Vorbezug damals erfolgt ist (Stand 2026). Ist eine Rückzahlung nicht mehr zulässig, kann das Reglement Einkäufe im Rahmen der maximalen Leistungen dennoch erlauben. Quelle: Steuerpraxis Thurgau StP 34 Nr. 14, Stand 2026 Quelle: BVV 2 Artikel 60d, Stand 2026
Die Rückzahlung selbst ist möglich bis zum Entstehen des reglementarischen Anspruchs auf Altersleistungen, und sie beträgt mindestens CHF 10’000 pro Zahlung; ist der offene Vorbezug kleiner, wird er in einem Betrag zurückbezahlt (Stand 2026). Abziehbar ist sie nicht. Dafür können Sie die Steuer, die Sie seinerzeit auf dem Vorbezug bezahlt haben, zurückfordern, und zwar innert drei Jahren nach der Rückzahlung. Quelle: BVG Artikel 30d und 83a, Stand 2026 und WEF-Verordnung Artikel 7
Daraus ergibt sich eine Reihenfolge, die sich nicht umstellen lässt: zuerst zurückzahlen und die Steuer zurückfordern, danach einkaufen, und erst mehr als drei Jahre später einen Kapitalbezug planen. Wer alle drei Schritte braucht, rechnet mit einem Zeitraum von mehreren Jahren. Was das für eine bestehende Hypothek bedeutet, steht unter Hypothek im Thurgau.
In sechs Schritten prüfen
Diese Reihenfolge deckt die Punkte ab, an denen ein Einkauf in der Praxis scheitert. Sie macht sichtbar, was Sie bei Ihrer Vorsorgeeinrichtung fragen müssen.
- Einkaufspotenzial bestätigen lassen. Der Betrag auf dem Vorsorgeausweis ist ein Ausgangswert. Abzuziehen sind zwei Positionen: überschiessende 3a-Guthaben ab Alter 24 und nie eingebrachte Freizügigkeitsleistungen. Nach einem Zuzug aus dem Ausland gilt in den ersten fünf Jahren zusätzlich eine Jahresgrenze von 20 Prozent des versicherten Lohns (Stand 2026).
- Offenen Vorbezug für Wohneigentum klären. Solange er nicht zurückbezahlt ist, bleibt der freiwillige Einkauf versperrt.
- Bezugsform festlegen. Rente, Kapital oder eine Mischform. Erst diese Entscheidung sagt, ob die Dreijahresfrist überhaupt eine Rolle spielt.
- Zeitplan rückwärts aufstellen. Vom geplanten Kapitalbezug drei Jahre zurückrechnen. Dieses Datum ist der späteste Tag für die letzte Einzahlung.
- Grenzsteuersatz bestimmen. Die einfachste Methode: die letzte Steuererklärung einmal mit und einmal ohne den geplanten Betrag durchrechnen. Die Differenz der beiden Ergebnisse ist Ihre Ersparnis.
- Betrag auf Jahre verteilen und einzahlen. Massgebend für das Steuerjahr ist der Zahlungseingang bei der Vorsorgeeinrichtung. Die Bescheinigung gehört zur Steuererklärung.
Schritt 1 ist der, der am häufigsten übersprungen wird. Die Kürzung des Einkaufspotenzials durch Guthaben der Säule 3a und durch alte Freizügigkeitsleistungen steht in der Verordnung und nicht im Ermessen der Kasse (Stand 2026). Quelle: BVV 2 Artikel 60a und 60b, Stand 2026
Was bringt das Staffeln über mehrere Jahre?
Viele prüfen, ob sich ein grosser Einkauf auf mehrere Jahre verteilen lässt. Der Grund liegt im gestuften Tarif: Ein Abzug, der das steuerbare Einkommen stark senkt, wirkt im unteren Bereich schwächer als im oberen. Mehrere kleinere Abzüge in aufeinanderfolgenden Jahren treffen dagegen jeweils den höchsten Satz.
Richtwert: Wer CHF 40’000 auf einmal einzahlt, zieht den ganzen Betrag in einem einzigen Jahr ab; ein Teil davon wirkt dann in tieferen Tarifstufen. Verteilt auf vier Jahre zu je CHF 10’000 bleibt jeder Teilbetrag eher im oberen Bereich des Tarifs. Wie gross der Unterschied ausfällt, hängt an Einkommen, Zivilstand und Wohnsitzgemeinde; die Zahlen sind unverbindliche Richtwerte und kein Rechenergebnis für Ihren Fall.
Gegen die Staffelung spricht der Zeitbedarf. Wer mit 62 beginnt und einen Kapitalbezug mit 65 plant, hat für beides zu wenig Zeit. Wer mit 55 beginnt, hat Spielraum für beides. Das ist der eigentliche Grund, weshalb die Pensionsplanung zehn Jahre vorher anfängt und nicht zwei.
Ein zweiter Punkt betrifft Paare: Beide Ehegatten können in ihre jeweilige Kasse einkaufen, und beide Abzüge wirken in derselben gemeinsamen Veranlagung. Die Reihenfolge und die Verteilung über die Jahre sind deshalb zusammen zu betrachten.
Was gehört im Thurgau in die Steuererklärung?
Der Einkauf wird bei den Beiträgen an die berufliche Vorsorge deklariert, mit der Bescheinigung der Vorsorgeeinrichtung als Beleg. Die Wegleitung verlangt, diese Bescheinigung der Steuererklärung beizulegen (Stand 2026). Quelle: Wegleitung zur Steuererklärung 2026, Steuerverwaltung Thurgau
Massgebend ist das Jahr der Zahlung. Wer zwischen den Feiertagen überweist, klärt vorher mit der Vorsorgeeinrichtung, welchem Jahr sie die Einzahlung zuordnet.
Wie sich Einkauf, Säule 3a und Hypothek im selben Jahr auswirken, hängt am gesamten Einkommen und an den Steuerfüssen Ihrer Gemeinde. Die Steuerverwaltung Thurgau veröffentlicht diese jährlich (Stand 2026). Eine Übersicht über das Zusammenspiel gibt Finanzplanung Thurgau. Quelle: Steuerverwaltung Thurgau, Steuerfüsse 2026
Weiterlesen
Häufige Fragen
Wie viel Steuern spare ich mit einem Einkauf?
So viel, wie Ihr Grenzsteuersatz auf dem eingezahlten Betrag ausmacht. Eine allgemeine Zahl gibt es nicht, weil Einkommen, Zivilstand und Steuerfuss der Wohnsitzgemeinde zusammenspielen (Stand 2026). Rechnen Sie die letzte Steuererklärung einmal mit und einmal ohne den geplanten Betrag durch; die Differenz ist Ihre Ersparnis. Quelle: Steuerverwaltung Thurgau, Steuerfüsse 2026
Was passiert, wenn ich innert drei Jahren Kapital beziehe?
Der Abzug für den Einkauf wird verweigert. Die Frist läuft im Kanton Thurgau taggenau ab dem Einkaufstag und gilt auch umgekehrt, also für einen Einkauf kurz nach einem Kapitalbezug. Ausgenommen sind Scheidung, Invalidität und Tod (Stand 2026). Quelle: Steuerpraxis Thurgau StP 34 Nr. 14, Stand 2026
Ich habe Geld für mein Haus vorbezogen, darf ich einkaufen?
Erst nach vollständiger Rückzahlung des Vorbezugs; nur wenn eine Rückzahlung nicht mehr zulässig ist, kann das Reglement Einkäufe erlauben. Eine Rückzahlung ist bis zum Entstehen des reglementarischen Anspruchs auf Altersleistungen möglich und beträgt mindestens CHF 10’000 pro Zahlung; ist der offene Vorbezug kleiner, wird er in einem Betrag zurückbezahlt (Stand 2026). Die damals bezahlte Steuer auf dem Vorbezug können Sie innert drei Jahren nach der Rückzahlung zurückfordern. Quelle: BVG Artikel 30d und 83a, Stand 2026 und WEF-Verordnung Artikel 7
Ist der Betrag auf meinem Vorsorgeausweis verbindlich?
Er ist ein Ausgangswert. Die zulässige Einkaufssumme reduziert sich um Guthaben der Säule 3a über dem aufgezinsten kleinen Beitrag ab Alter 24 und um Freizügigkeitsguthaben, die nie eingebracht wurden. Bei Zuzug aus dem Ausland gilt in den ersten fünf Jahren eine Obergrenze von 20 Prozent des versicherten Lohns pro Jahr (Stand 2026). Lassen Sie den Betrag vor der Einzahlung schriftlich bestätigen. Quelle: BVV 2 Artikel 60a und 60b, Stand 2026
Allgemeine Information, keine Beratung. Gesetzliche Beträge werden jährlich überprüft.